Bändelung der Lungenschlagader

Die Bändelung der Lungenschlagader (Banding der Pulmonalarterien) stellt generell eine Ausnahme dar, da am Deutschen Kinderherzzentrum Sankt Augustin wenn immer möglich eine primäre Korrektur angestrebt wird. So kommt das Pulmonalarterien- Banding eigentlich nur für komplexe Vitien mit Lungenüberflutung als Vorbereitung für eine Zweikammerkorrektur zum Einsatz: z.B. bei schwer erreichbaren multiplen Kammerscheidewanddefekten im muskulären Bereich der Scheidewand, bei grenzwertig großen Kammern, bei unbalancierten atrioventrikulärem Scheidewanddefekt oder bei L-Transpositionsstellung der großen Arterien zum Training des linken Ventrikels. Auch bei funktionell singulärer Kammer kann der erste Schritt zum Fontan-Kreislauf ein Pulmonalarterien-Banding sein; z. B. Trikuspidalklappenatresie ohne Pulmonalstenose. Neuerdings wird auch bei Kindern mit Hypoplastischem Linksherzsyndrom, die Kontraindikationen für eine Norwood-Operation (s. dort), ein Banding der rechten und linken Lungenschlagader (bilaterales Banding) durchgeführt. Zur Diagnostik ist meist eine Echokardiographie ausreichend, bei besonderen Fragestellungen wird auch ein Herzkatheter durchgeführt.  

Operation

Bei der Operation wird nach Brustbeineröffnung und Darstellung des Lungenarterienhauptstamms gleich weit entfernt von Lungenschlagaderklappe und Aufteilung in rechte und linke Lungenschlagader ein Bändchen angelegt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Sauerstoffsättigung etwas abfällt und es zu einem Anstieg des Druckes im Systemkreislauf kommt. Oft ist im weiteren Verlauf ein Nachziehen oder eine Lockern des Bändchens erforderlich. Im weiteren Verlauf kann dann entweder eine Zweikammerkorrektur oder aber im Alter von 4-6 Monaten eine bidirektionale obere cavopulmonale Anastomose angelegt werden. Als letzten Schritt der Palliation nach dem Fontan-Prinzip wird dann im Alter von 2-3 Jahren eine Fontan-Operation folgen.

 

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