Indikation
Bei Zyanose Bei Herzfehlern, die auch durch eine im Neugeborenenalter durchgeführte Korrekturoperation, nicht behoben werden können (z.B. funktionell univentrikuläres Herz) oder im weiteren Verlauf eine komplexe biventrikuläre Korrektur (z.B. Senning - Rastelli, -Nikaidoh Operation) geplant ist, die im Neugeborenen- oder frühen Säuglingsalter mit einer erhöhten Morbidität einhergehen würde.
Bei Ductus-abhängiger Pulmonalzirkulation bei hochgradiger Pulmonalstenose/ atresie bei funktionell singulärem Ventrikel
Ohne Zyanose Zur Förderung des Wachstum des nativen pulmonalen Gefäßbettes (z.B. bei großen aortopulmonalen Kollateralen) oder nach Unifokalisation.
Diagnostik
Echokardiographie
Transthorakal: Abklärung einer möglichen biventrikulären Korrektur (z.B. Fallot, PA VSD siehe dort) Anatomie des zugrunde liegenden Herzfehler, Koronaranomalien, Diameter rechte und linke Pulmonalarterie, LPA Koarktation, persistierender Ductus, majore aortopulmonale Kollaterale (MAPCA), interatriales Septum.
Herzkatheter
Pulmonalarterienanatomie (besonders zentrale Pulmonalarterien), ggfls. Ursprung und Verlauf MAPCA's
Operation
Zugang: Mediane Sternotomie
Nach Angehen an die Herzlungenmaschine wird am schlagenden Herzen die Aorta ascendens oder der Truncus brachiocephalicus seitlich ausgeklemmt und eine Goretex Röhrchen (3,5-mm im Diameter) anastomosiert. Danach wird entweder der Pulmonalishauptstamm oder die rechte Pulmonalarterie ausgeklemmt und die distale Anastomose geschaffen.
Behandlungsergebnisse im Vergleich
Hier die Sterblichkeiten der BTS Operation im Internationalen Vergleich für das Jahr 2009. Die Sterblichkeiten hängen dabei nicht von der eigentlichen Prozedur ab, sondern vielmehr von dem Schweregrad des begleitenden Herzfehlers. Bei univentrikulärem Herzen liegt die Sterblichkeit deutlich höher, bei Shuntanlage zur Vorbereitung einer biventrikulären Korrektur ist sie gering.
30 Tage Letalität EACTS/STS DKHZ 2009
BT Shunt 12.1% 2 /12 Patienten
EACTS/STS (Gemeinsame europäische und nordamerikanische Datenbank der European Association Cardiothoracic Surgeons und der Society Thoracic Surgeons) DKHZ (Deutsches Kinderherzzentrum Sankt Augustin).
Empfehlung in der Weiterbehandlung
Nach BT Shunt Operation ist der Patient von seinem Shunt abhängig. Beim Auftreten von Zeichen der Insuffizienz dieses Shunt, das heißt bei dauerhaftem Abfall der Sauerstoffsättigungswerte unter 70 % auch in Ruhe, oder Gedeihstörungen (mangelnde Gewichtszunahme <50g/Woche, als Zeichen einer Volumenbelastung auf dem Boden einer pulmonalen Überzirkulation), sollte eine Wiedervorstellung in unserer Abteilung erfolgen. Die Eltern werden mit einem Pulsoximeter zum Home Monitoring der Sauerstoffsättigung ausgestattet und angeleitet, zweimal täglich eine Messung durchzuführen.
Die Therapie mit Aspirin, 2 mg/kg/Tag zur Prophylaxe eines Shuntverschlusses sollte der Gewichtszunahme des Kindes entsprechend angepasst werden.
Im weiteren Verlauf ist im Alter von 3-4 Monaten eine Herzkatheteruntersuchung geplant, die evaluieren soll, ob die Voraussetzungen für eine bidirektionale cavopulmonale Anastomose gegeben sind (u.a. ausreichende Entwicklung des pulmonalen Gefäßbetts, gute Funktion des singulären Ventrikels). Sollte das Gewicht von 5kg Körpergewicht schon vor diesem Termin erreicht sein, sollte die Herzkatheteruntersuchung vorgezogen werden, um ein ‚Auswachsen’ aus dem Shunt mit konsekutiver Zyanose zu verhindern. Im Alter von 4 - 6 Monaten wird daraufhin eine bidirektionale obere cavopulmonale Anastomose geplant. Die endgültige Palliation (totale cavopulmonale Anastomose mit extrakardialem Konduit), wird im Alter von 2- 3 Jahren (Körpergewicht 12- 15 kg) erfolgen.
Wir empfehlen die Antibiotika Prophylaxe zu den bekannten Indikation.
Eine Behandlung mit Palivizumab (Synagis®) ist saisonal (Oktober- März: monatlich intramuskulären Gabe von 15 mg/kgKG) unbedingt erforderlich. |